![]()
Interesse der Jugendlichen am und im Internet
![]()
Dokumentation des Projektverlaufs
In diesem Kapitel wird die Durchführung des Projektes geschildert. Konsequenzen aus den gemachten Erfahrungen während des Projekts werden anschließend in Reflexion des Projektes näher besprochen.
Phase 1: Vorkenntnisse der Schüler
Zu Beginn des Projektes wurde in einer kurzen Umfrage der Wissensstand der Schüler zum Thema Internet und E-Mail erhoben. Folgende Ergebnisse lassen sich zusammenfassen:
Die Schüler wurden zu ihren Einstellungen zum Internet analog zu der Erhebung der JIM-Studie befragt: Fast ¾ der Klasse stimmt der Aussage zu, daß man über das Internet gut neue Leute kennenlernen kann (JIM: 47%). Überraschend wenig Bedeutung hingegen schenken die Jugendlichen dem Internet in Bezug auf Schule und Ausbildung, nicht einmal 1/3 stimmen einer hohen Bedeutung zu (JIM: 44%). Wird in der JIM-Studie von 23% der Befragten gefunden, daß um das Internet zuviel Aufheben gemacht wird, so stimmt nur eine der Schülerin der Projektklasse dieser Aussage zu. Auffallend ist bei der letzten Frage, daß fast die Hälfte der Schüler angegeben hat, daß sich keiner ihrer Freunde mit dem Internet beschäftigt.
Phase 2: Heranführen an das Medium Internet
Inhaltliche Gestaltung
|
Zeit |
Thema |
Inhalt |
|
1 Std. |
Grundlagenvermittlung |
Internet ist so eine Zeitung, die über die ganze Welt zugänglich ist, daher auch der Name WWW - World Wide Web. Also ein Netz, das über die ganze Erde verteilt ist. Netz: Maschen/Knoten (= Computer) und Verbindung zwischen den Knoten (= Verbindung zwischen Computern), von A nach B gibt es viele Wege.
WWW, E-Mail, Suchmaschinen Zu den Suchmaschinen: Diese braucht man, weil alles ungeordnet in der Zeitung steht, also benötigt man Hilfen, um etwas im Internet zu finden.
Dateien brauchen wie in Word einen Namen, um sie abzuspeichern. Grundstruktur: http://www.name.staat |
|
3 Std. |
Beispiel: Internet-Seite EFA |
An der ausgewählten Internet-Seite der Elektronischen Fahrplanauskunft Baden-Württemberg ( www.efa-bw.de) werden grundlegende Elemente erklärt:
|
Realisierung
Bereits bei der Vorstellung des Projektes in der Klasse wird eine hohe Motivation und ein sehr großes Interesse spürbar. Die Schüler stellen spontan Fragen und nennen Begriffe, die sie teilweise zurecht mit dem Internet in Verbindung bringen (Bsp.: www, E-Mail, http, Doppelpunkt, Doppelstrich). Bereits erste WWW-Adressen, die die Schüler aufrufen wollen, werden genannt (Bsp.: www.jobs.de, www.wochenshow.de).
In der ersten theoretischen Stunde sind die Schüler zunächst enttäuscht, daß sie nicht sofort in den Computerraum gehen dürfen. Doch eine vorherige Abklärung von Begriffen und Vorstellungen scheint als Basis für die Internet-Arbeit wichtig. Über die Erläuterung der Analogie Zeitung - Internet, der Vorstellung der einzelnen Dienste sowie der Adressengrundstruktur entstand ein fundiertes Gespräch über das Internet, während dessen Verlauf die Schüler viele Fragen stellten. Beispiele hierbei sind:
Die Schüler kommen sehr motiviert und wißbegierig in die zweite Stunde, in der sie direkt im Internet arbeiten können. Nach der Erklärung grundsätzlicher Befehle wird die Handhabung der Braillezeile ansatzweise besprochen. Dies stellt sich als äußerst problematisch dar und droht, den weiteren Verlauf des Projektes nachhaltig zu beeinflussen. Die Benutzerfreundlichkeit ist äußerst niedrig, den Schüler kann nicht erklärt werden, warum die Braillezeile so reagiert, da kein Schema zu erkennen ist. Die aufgetretenen Probleme mit der Braillezeile werden gesammelt und in Kapitel 5.4.3 Verbesserungsvorschläge bezüglich der Technik dargelegt.
Nach dem Aufruf der vorgegebenen Seite www.efa-bw.de hält das Interesse nicht lange auf einer Seite. Es wird schnell der Wunsch laut, neue Seiten aufzurufen. Es spiegelt sich hier sicher die vage Vorstellung wider, daß man mit dem Internet wohl viel erleben kann und schnell „surft". Obwohl die erste Seite nicht komplett gelesen wird, entsteht bald die Frage, wie es nun weitergeht. Eine ausführlichere Erklärung an dieser Seite, was Links sind und wie sie zu erkennen sind, wie die Funktion der Tab-Taste ist, wie die Schüler mit der Braillezeile navigieren können, ist nicht möglich, da der Wunsch mehr zu erleben im Vordergrund steht. Daher wird über Cursorrouting (Anklicken des Links über die Braillezeile) die nächste Seite aufgerufen (Fahrplanauskunft: Formular zur Auskunftsanforderung). Diese Seite gestaltet sich als so komplex, daß alle Schüler daran scheitern, ihren Aufbau zu verstehen. Dies wird als Anlaß genommen, in der nächsten Stunde ohne Computer darauf verstärkt noch einmal einzugehen. Dazu wird eine Tastfolie erstellt, in der das Fenster des Browsers annähernd getreu wiedergegeben wird. Links und Eingabefelder werden erhöht dargestellt, da diese Felder bei Betätigen der Tab-Taste angesprungen werden.
Mit dieser ersten Stunde im Internet soll dem großen Wunsch der Schüler, ins Internet zu gehen, nachgekommen werden. Sicherlich hätte man viel vorher erklären können, oder die Schüler dazu bringen können, sich erst mit der Funktion der Braillezeile im Internet auseinanderzusetzen. Diese Vorgehensweise wird aber bewußt nicht gewählt, um die Schüler nicht zu lange warten zu lassen und damit die Neugier und Motivation sowie das vorhandene Interesse zu schmälern. Die in der Stunde aufgetretenen Probleme machen auch den Schüler bewußt, daß eine theoretische Aufarbeitung der Stunde notwendig ist, um die weitere Internet-Arbeit effektiver zu gestalten. Das Arbeiten in Zweiergruppen an der Braillezeile ist zwar nicht optimal, trotzdem kommen die Schüler mit der Situation gut zurecht.
Die theoretische Besprechung über die Tastfolie, die den Bildschirmaufbau annähernd getreu widerspiegelt, schafft etwas Klarheit. An dieser Stelle werden auch die Befehle Vor und Zurück ausführlich besprochen und an Beispielen erläutert. Desweiteren kann an der Tastfolie deutlich gemacht werden, daß der Bildschirm in Rahmen aufgebaut ist, da dies die Schüler auf der Braillezeile völlig verwirrt hat.
Ein erneutes Erkunden der Internet-Seite am Computer fällt nach der Besprechung an der Tastfolie leichter. Die Schüler können nun eigenständig das Formular ausfüllen. Erhebliche Probleme mit der Braillezeile verhindern aber ein Abschicken des Formulars, was die Schüler sehr enttäuscht. Daher wird beschlossen, die nächste Phase mit möglichst textorientierten Web-Sites durchzuführen und die Fahrplanauskunft trotz hohem praktischem Wert vorerst nicht weiter zu verfolgen.
Phase 3: Vertraut machen mit dem Internet
Inhaltliche Gestaltung
|
Zeit |
Thema |
Inhalt |
|
1 Std. |
Aufrufen von textorientierten Seiten |
Öffnen und Lesen von Seiten, die keine Grafik enthalten: Schüler bekommen Adressen, die sie auf Web-Sites bringen, die sie mit der Braillezeile leicht auslesen können Adressen:
|
|
2 Std. |
Arbeiten mit textorientierten Seiten |
Um die Links mit der Braillezeile leichter zu finden, wurde ein neues Profil entworfen, das über die vertikale Braillezeile angibt, in welcher Zeile ein Link zu finden ist Aufruf der Seite gutenberg.aol.de/maerchen/maerchen.htm: Mit dieser Seite arbeiten die Schüler zum ersten Mal mit Links, springen gezielt auf eine Seite, blättern zurück. Um dies interessanter zu gestalten, werden Aufgaben gestellt, deren Lösung eine gezielte Suche im Internet erfordert:
|
Realisierung
Das Aufrufen einer Seite ist den Schüler inzwischen ohne Schwierigkeiten möglich. Die einzige Verwirrung besteht noch in der falschen Annahme, daß alle Adressen mit www beginnen müssen. Diese Schwierigkeit kann aber im Laufe der zweiten Phase ausgeräumt werden.
Die Schüler sind sehr interessiert daran, neue Internet-Seiten kennenzulernen. Sie arbeiten hochmotiviert mit den angegebenen Adressen, allerdings benötigt die Bearbeitung einer Internet-Seite noch sehr viel Zeit, so daß in der ersten Stunde nur eine Seite aufgerufen werden kann.
Auch in dieser Phase treten Schwierigkeiten mit der Braillezeile auf. Beispielsweise können die untersten zwei Zeilen auf dem Bildschirm nicht auf die horizontale Braillezeile übertragen werden, blättert man aber mit der Bild
¯ - Taste nach unten, verschwinden diese Zeilen, da sie am oberen Fensterausschnitt nicht mehr angezeigt werden.Die Firma Papenmeier hat auf die bisher aufgetretenen Probleme während des Projektes mit einer kleinen Modifikation reagiert, die leider nur einen geringen Teil der Schwierigkeiten löst. Über das Laden eines neuen Profils für die Braillezeile kann man sich nun auf der vertikalen Braillezeile anzeigen lassen, in welcher Zeile sich ein Link befindet. Allerdings ist auch dies nicht unproblematisch, da ebenso fettgedruckte Überschriften von der Steuerungssoftware als Link interpretiert werden.
Diese Modifikation wird mit den Schülern geübt. Da sie nach dem Aufrufen einer neuen Seite mit dem Befehl Strg + O stets das neue Internet-Profil wieder einstellen müssen, wird auf ein sicheres Beherrschen der Einstellung Wert gelegt.
Diese Phase macht den Schülern insgesamt sehr viel Spaß, weil sie teilweise die Web-Pages allein bearbeiten können. Allerdings muß stets eine Lehrkraft zugegen sein, da während der Arbeit noch sehr viele Probleme auftreten und von einem vollständigen alleinigen Arbeiten der blinden und sehbehinderten Schüler im Internet noch lange keine Rede sein kann. Während des Projektes betreuen teilweise drei Lehrerinnen die fünf Computerarbeitsplätze. Damit kann bis zu diesem Zeitpunkt, an dem die Schüler noch mit ausgesuchten und vorbereiteten Internet-Seiten arbeiten, eine Betreuung einigermaßen geleistet werden, die den Schüler ein Arbeiten ermöglicht.
Phase 4: Ausführliche Arbeit mit einer Suchmaschine
Inhaltliche Gestaltung
|
Zeit |
Thema |
Inhalt |
|
2 Std. |
Suchmaschine |
Besprechen grundlegender Eigenschaften einer Suchmaschine (was ist eine Suchmaschine, wie arbeitet man mit ihr, welche gibt es, …) Die Schüler arbeiten mit Altavista entweder zu einem vorgegebenen Thema oder nach individuellen Interessensgebieten. |
Realisierung
Die Schüler lassen sich zunächst durch den Begriff Suchmaschine in die Irre leiten. Deshalb wird in einer theoretischen Besprechung noch einmal darauf eingegangen, daß die Informationen im Internet überall auf der Welt ungeordnet abgespeichert sind und man daher Programme braucht, die das Internet nach einem oder mehreren Suchbegriffen durchsuchen. Den Schülern wird die Funktionsweise an ihrem Gehirn erklärt, da auch sie in ihrem Kopf viele Informationen abspeichern. Wollen sie dieses Wissen abrufen, müssen sie über wichtige Begriffe (Schlüsselwörter) darauf zugreifen. Damit wird bereits von Beginn an eine Betonung auf die Suchbegriffe im Internet gelegt. Den Schülern ist zu Beginn der Arbeit mit einer Suchmaschine nicht bewußt, wie exakt der Suchbegriff sein muß. So gab ein Schüler z.B. „Laden" ein, als er Internet-Seiten mit Waren- und Bestellangebot suchte.
Für sehbehinderte und blinde Schüler bietet sich aus mehreren Gründen die deutschsprachige Suchmaschine Altavista (http://www.altavista.de) an:
Nach einem Kennenlernen der Suchmaschine und einer Erklärung, wie man z.B. einen zweiten Suchbegriff mit einschließen kann oder einen Begriff ausnehmen kann, wird den Schülern die Aufgabe erteilt, mit der Suchmaschine zu arbeiten. Als Aufgabenstellung können sie entweder Informationen zum Unterrichtsthema „Vögel" sammeln oder nach eigenem Interesse vorgehen. Zum Thema „Vögel" wurden mit den Suchbegriffen „Vogel" und „Nest" bereits im voraus die Ergebnisse kritisch betrachtet, im Hinblick darauf, wie gut sie mit der Braillezeile jeweils zu bearbeiten sind.
Dennoch zeigt sich ab dieser Phase, wie die Schüler mit nicht vorbereiteten Seiten zurecht kommen, da die Arbeit des Einzelnen nun so individuell wird, daß eine ausführliche Vorbereitung der Stunden unmöglich ist, da nicht vorhergesehen werden kann, welche Seiten die Schüler aufrufen.
Phase 5: Aufgabenstellung und Besprechung der Vorgehensweise
Inhaltliche Gestaltung
|
Zeit |
Thema |
Inhalt |
|
1 Std. |
Aufgabenstellung |
Aufgabe zur konkreten Recherche: Besprechen des Themenbereichs, zu dem in den nächsten drei Stunden recherchiert werden soll. Ideen sammeln, zu welchen Unterthemen Informationen gesucht werden können und welche Stichwörter zu den Themen passen. |
Realisierung
Mit Beginn dieser Phase soll mit den Schülern zu einem aktuellen Unterrichtsthema Informationen im Internet gesammelt werden. In Absprache mit der Klassenlehrerin soll diese Unterrichtsform während des Schuljahres mit den Schülern wiederholt durchgeführt werden, da bei weiteren Themen die Schüler auf diese Art aktuelle und für sie interessante Texte im Internet finden und in Braille auch ausdrucken können.
Folgende Tabelle gibt Auskunft, welche Themen von den Schülern in einer Art Brainstorming genannt, zu welchen Gruppen die genannten Punkte zusammengefaßt und welche Suchbegriffe damit in Verbindung gebracht werden:
| Brainstorming | Themengruppen | Suchbegriffe |
| Baumarten: Eiche, Birke, Buche, Linde,Tanne Sträucher Pilze Farne Waldbäume Fleischfressende Pflanzen |
Waldbäume und niedere Pflanzen |
+wald + eiche/buche/birke +wald + pilz +wald +farn +wald +holz +eiche/birke |
| Tiere im Wald Lebewesen Waldbewohner |
Tiere im Wald | +wald +tiere +wald +reh +wald +vogel |
| Urwald Afrika Regenwald |
Regenwald, Urwald | regenwald +urwald +afrika |
| Schwarzwald | Schwarzwald | +schwarzwald -touristik |
| Waldentstehung Kreislauf des Waldes |
Entstehung und Kreislauf des Waldes |
+wald +entstehung +wald +kreislauf +wald +stockwerk |
| Zerstörung Rettet den Wald Waldbrand |
Zerstörung, Umweltschutz |
+wald +umweltschutz www.grenpeace.de +wald +zerstörung |
| Gedichte über Wald Märchen, die im Wald spielen |
Gedichte und Märchen zum Thema Wald |
+wald +ökogedichte Suchmaschiene des Projektes Gutenberg (htto://gutenberg.aol.de) |
Nach dieser Auflistung werden die Schüler die nächsten drei Stunden je nach Interessensschwerpunkt recherchieren.
Phase 6: Arbeiten im Internet
Inhaltliche Gestaltung
|
Zeit |
Thema |
Inhalt |
|
3 Std. |
Recherche |
Informationssammlung Schüler arbeiten möglichst selbständig im Internet je nach gewähltem Interessensschwerpunkt. Informationen werden ausgedruckt und in einem Themenordner im Klassenzimmer gesammelt. |
Realisierung
In der ersten Stunde dieser Phase sind die Schüler hoch motiviert bei der Arbeit. Unter Einsatz der Suchmaschine Altavista, welche die meisten Schüler inzwischen sicher beherrschen, versuchen sie mit Hilfe der erarbeiteten Suchbegriffe erste Ergebnisse zu erzielen. Hierbei treten jedoch folgende Schwierigkeiten auf:
Die blinde Schülerin, die zum Thema Umweltzerstörung recherchiert, bekommt Suchergebnisse aufgelistet, die auf Web-Seiten über Kriegszerstörung verweisen. Dies verwirrt sie so stark, daß sie eine erste gewonnene Selbständigkeit beim Arbeiten im Internet wieder aufgibt. Auch nachdem man ihr weitergeholfen hat (sie vergaß das Pluszeichen vor dem ersten Suchbegriff), bleibt sie verunsichert und verlangt weiter nach Hilfe.
Die Schüler, die in Partnerarbeit Informationen über Waldbäume suchen, finden trotz mehrerer Suchläufe mit unterschiedlichen Suchbegriffen keine Ergebnisse. Dadurch verlieren sie sehr schnell die Motivation, da sie dieses Versagen auf sich selber beziehen und auch mit Unterstützung einer Lehrerin sich nicht weiter damit auseinandersetzen wollen.
Bei der Schülerin, die ohne Braillezeile nur mit Hilfe der Vergrößerungssoftware arbeitet, wird immer deutlicher, daß aufgrund des kleinen Ausschnitts kein Überblick über den Inhalt einer aufgerufenen Seite erreicht werden kann. Dies führt dazu, daß sie ohne Hilfestellung der Lehrerin keine Ergebnisse findet. Deshalb muß mit ihr eine Strategie erarbeitet werden, so daß sie zuerst versucht, ohne Vergrößerung herauszufinden, wo etwas steht, um anschließend mit Vergrößerung den Bildschirminhalt zu lesen.
In den beiden darauffolgenden Stunden, in denen die einzelnen Schüler ihre Schwerpunkte innerhalb des Themas gewechselt haben, wird zunehmend deutlicher, daß die Schüler trotz inzwischen erfolgreicher Suche weniger motiviert sind, nach weiteren Informationen zum Thema Wald zu suchen. Das Problem, daß eine Suchmaschine oft Ergebnisse liefert, die nicht zum Thema gehören, scheint für Sehbehinderte und Blinde ein größeres Frustpotential zu beinhalten als für Sehende.
Trotzdem finden die Schüler insgesamt sehr informative Texte zum Thema Wald, die in Braille ausgedruckt und in einem Ordner im Klassenzimmer gesammelt werden. Nach der Recherche werden die Texte nach Schwerpunkt geordnet und die Schüler erstellen ein Inhaltsverzeichnis. Dieses wird im folgenden aufgeführt, wobei es an dieser Stelle mit den jeweiligen Internet-Adressen ergänzt wurde, um einen Eindruck zu vermitteln, welche Quellen die Schüler gefunden haben.
|
Inhaltsverzeichnis |
Internet-Adresse |
Seite |
|
| 1. Pilznamen |
1 |
||
| 2. Weiden |
7 |
||
|
|
2.1 Vermehrung |
" |
7 |
|
|
2.2 Lebensraum für Tiere |
" |
10 |
|
|
2.3 Gefahren und Schutz |
" |
13 |
|
|
2.4 Holz |
" |
14 |
|
|
2.5 Korbflechterei |
" |
16 |
|
|
2.6 Kulturgeschichte |
" |
20 |
|
|
2.7 Namen |
" |
23 |
| 3. Tiere im Wald |
30 |
||
|
|
3.1 Wirbellose Tiere |
" |
31 |
|
|
3.2 Die Ameise |
" |
34 |
|
|
3.3 Wirbeltiere |
" |
35 |
|
|
3.4 Vögel |
" |
38 |
|
|
3.5 Der Fuchs |
" |
43 |
|
|
3.6 Das Eichhörnchen |
" |
44 |
|
|
3.7 Der Igel |
" |
47 |
|
|
3.8 Wildarten |
" |
48 |
|
|
3.9 Der Dachs |
" |
52 |
|
|
3.10 Der Marder |
" |
53 |
|
|
3.11 Der Wolf |
" |
54 |
| 4. Die Waldnutzung |
55 |
||
|
|
4.1 Sägeindustrie |
57 |
|
|
|
4.2 Span- und Faserplattenindustrie |
58 |
|
| 5. Der Regenwald |
61 |
||
|
|
5.1 Das Schlautier |
" |
62 |
|
|
5.2 Spezialisierung |
" |
67 |
Phase 7: Reflexion
Inhaltliche Gestaltung
|
Zeit |
Thema |
Inhalt |
|
1 Std. |
Internet-Rallye |
Anwendung der gesammelten Erfahrungen Die Schüler bekommen unterschiedliche Aufgaben, zu deren Lösung sie im Internet suchen müssen. Ziel dieser Stunde ist das Anwenden der gemachten Erfahrungen und evtl. gelernter Strategien während des Projektes. |
|
1 Std. |
Reflexion auf der Metaebene: |
Aufarbeiten der Erfahrungen, Diskussion: In einem gemeinsamen Gespräch werden mit den Schülern die gemachten Erfahrungen aufgearbeitet. In diesem Gespräch soll ein Bewußtsein für die Chancen und Gefahren des Internet geschaffen werden. |
Realisierung
Ziel dieser Phase ist es einerseits, den Schülern bewußt zu machen, welche Kompetenzen sie in der Arbeit mit dem Internet erworben haben, und andererseits mit ihnen ihre Erfahrungen, die sie während des Projektes gemacht haben, gemeinsam aufzuarbeiten.
Im Mittelpunkt einer erfolgreichen Arbeit mit dem Internet wird die effektive Recherche im WWW immer wichtiger. Im Verlauf des Projektes und insbesondere in der letzten Phase wurde deutlich, daß die meisten Schüler nicht wagen, mit einer Idee einfach los zu suchen. Da dies jedoch erforderlich ist, um erfolgreich recherchieren zu können, soll den Schülern spielerisch aufgezeigt werden, daß sie gezielte Informationen auch finden können, um damit ihr Selbstvertrauen zu stärken. Deshalb wird mit ihnen eine „Internet-Rallye" durchgeführt, in der sie als Pfadfinder Informationen auf die Spur kommen müssen.
Im Rahmen dieser Rallye bekommen die Schüler folgende Aufgaben:
Die Schüler haben sowohl die Möglichkeit, über Suchmaschinen der Information auf die Spur zu kommen oder auch einfach auszuprobieren, wie wohl die Internet-Adresse z.B. der CDU heißen könnte, um damit schneller ans Ziel zu kommen.
Im Verlauf dieser Phase kann beobachtet werden, daß einige Schüler inzwischen eine Ahnung davon bekommen haben, was das Internet ist und v.a. wie sie sich darin zurecht finden können. Internet-Adressen stellen kein Problem mehr dar, da sie inzwischen einfach ausprobieren, ob ihre Vorstellung stimmt.
Hingegen ist es weiterhin für die Schüler problematisch, sich auf einer aufgerufenen Web-Page zurechtzufinden.
Bei der sich anschließenden Reflexion über die gemachten Erfahrungen und aufgetretenen Probleme, die außerhalb des Computer-Raums mit den Schülern gemeinsam durchgeführt wurde, ist dann auch genau diese Schwierigkeit dominierend.
Als sehr unbefriedigend wird die gezielte Suche nach Informationen über eine Suchmaschine von den Schüler genannt. Man „finde nur Schrott", dies stört die Schüler. Bei dieser Problematik kommt sicherlich erschwerend hinzu, daß es den Schüler durch ihre Sehbeeinträchtigung schwer fällt, Informationen mühsam auszulesen, die ein Sehender leicht auf dem Bildschirm überblicken und werten kann. Daher geben die Schüler auch an, daß sie motivierter im Internet suchen würden, wenn es für sie einfacher wäre zu erkennen, bei welchem Suchergebnis es sich lohnt, den Link zu verfolgen.
Allerdings wird die Problematik, gute und weniger sinnvolle Suchergebnisse zu trennen, von den Schülern nur in dem Zusammenhang angegeben, wenn sie aufgrund der Unterrichtsthematik etwas suchen müssen. Dann erscheint ihnen die Informationsrecherche als zu langwierig. Hingegen wollen die Schüler sehr gern nach ihren eigenen Interessen im Internet surfen. In diesem Zusammenhang würde sie auch „Schrott" nicht stören.
Die Schülerin der 8. Klasse, die meist allein mit Vergrößerung gearbeitet hat, gibt an, daß sie z.B. im Word besser mit der Software zurecht kommt. Dies bestätigt die Erfahrungen während des Projektes, die auch für die sehende Lehrperson nicht zu erklären waren (Bildausschnitt läuft nicht konsequent mit, Ausschnitt verfolgt nicht Sprünge mit der Tab-Taste, …).
Sehr stolz hingegen sind die Schüler auf den erstellten Themenordner mit den Texten über den Wald. Sie sind regelrecht verwundert, daß sie dies alles gefunden haben und daß es doch so viel fundierte Informationen im Internet zu finden gibt.
Im Rahmen der Reflexion wird mit den Schüler auch noch einmal die Struktur und die verschiedenen Merkmale des Internet angesprochen. So haben die Schüler während des Projektes gelernt, daß das Internet eigentlich niemand gehört. Dies beschäftigt sie auch in der Hinsicht, daß sie einige Male fragten, wer denn kontrolliert, was im Internet steht.
Aus diesem Anlaß wird mit den Schüler im Hinblick auf die nächste Phase die Netiquette des Internet besprochen (Recht zur freien Meinungsäußerung, wenn es nicht beleidigend ist oder zu Gewalttaten aufruft, verständlich schreiben, keine Werbung verschicken …).
Zusätzlich werden mit den Schülern verschiedenen Punkte besprochen:
Insgesamt kann festgestellt werden, daß die Schüler eine deutliche Vorstellung vom Internet (WWW) erlangen konnten. In der Besprechung der Punkte konnte ein Basiswissen bei den Schülern festgestellt werden, worauf die nächsten Arbeitsphasen im Internet aufbauen können.
Phase 8 - Zusatz: Erstellen einer Homepage
Nach Abschluß der vorgesehenen Projektphasen wird der Wunsch der Schüler aufgegriffen, im Internet selber präsent zu sein. Bereits in der ersten Stunde des Projektes wurde dies von den Schüler angesprochen und der Wunsch hat sich während der Arbeit im Internet weiter verstärkt. Daher wird als Zusatz zu dem Projekt mit den Schüler noch eine Homepage über ihre Klasse bzw. über Themen, die sie interessieren, erstellt.
Realisiert wird die Homepage jedoch nicht als Link der geplanten Web-Seiten der Nikolauspflege (www.nikolauspflege.de), sondern bei einem Anbieter von freiem Web-Speicher. Dies geschieht aus mehreren Gründen:
Als Anbieter von kostenlosem Web-Space wird auf der Grundlage des Tests der Zeitschrift PC Professionell das zweitplazierte Produkt Fortunecity des Anbieters Software Direct ausgewählt, da es hierbei auch eine deutsche Version gibt (www.fortunecity.de). Damit ist eine weiterführende Betreuung nach Projektende für die Schule bzw. die Klasse einfacher.
Die Internet-Adresse lautet:
www.fortunecity.de/wolkenkratzer/neil/171.Bei der Vorbesprechung mit den Schüler, was sie denn in ihrer Homepage veröffentlichen wollen, wird deutlich, daß einige Schüler sich selber gern vorstellen würden, andere hingegen gern darüber schreiben würden, wie sie mit ihrer Behinderung umgehen (z.B. gehen am Langstock) oder was sie in ihrer Freizeit machen.
Die Schüler bereiten daran anschließend Texte unter den Aspekten vor, daß die Informationen für andere interessant sein sollen, daß der Ton dem Interessentenkreis entspricht (für Schüler: jugendlich, Du, nicht zu förmlich), daß also die Netiquette des Internet eingehalten wird. Diese Texte werden korrigiert (Aspekt Fehlerfreiheit).
Bei der anschließenden Arbeit im Computer-Raum werden dann von den Schüler die Texte im Word geschrieben und von der Projektleiterin als Web-Seite aufgebaut. Dabei entstehen folgende Web-Pages:
Bei der Gestaltung der Web-Seiten wurden folgende Punkte berücksichtigt:
Als Fazit der Gestaltung eigener Internet-Seiten kann festgehalten werden, daß die Erstellung eigener Internet-Seiten den Schüler sehr viel Freude gemacht hat. Sie waren bei der Vorbereitung der Seiten sehr motiviert und auch sehr neugierig auf die Gestaltung der endgültigen Fassung. Als sie ihre Internet-Seiten fertig erstellt aufrufen konnten, waren sie sehr stolz.
![]()
Interesse der Jugendlichen am und im Internet
![]()