Projektrahmen

  Dokumentation des Projektverlaufs

Interesse der Jugendlichen am und im Internet

Um das Projekt an den Interessen der Jugendlichen auszurichten, wurden die Ergebnisse der Studie „Jugend - Information - (Multi-)Media (JIM)" mit der aktuellen Befragung vom März/April 1998 herangezogen und auf Interessen, Vorlieben und Nutzung des Internet untersucht, die Ergebnisse werden im folgenden dargestellt. Um die Daten mit denen von sehbehinderten und blinden Jugendlichen vergleichen zu können, wurde die Projektgruppe sowie Besucher des Internet-Cafés der Nikolauspflege Stuttgart mit vergleichbaren Fragen interviewt.

Interesse von Jugendlichen nach JIM’98

Alle folgenden Daten stammen aus der oben angeführten Studie des Medienpädagogischen Forschungsverbunds mit den Daten der letzten Erhebung im März/April 1998.

Genützte Anwendungen im Internet

Abb.:genützte Anwendungen im Internet bzw. bei Online-Diensten. Quelle: Medienpädagog. Forschungsverbund (Hrsg.) (1998), S. 40

Einstellungen zu Internet/Online-Diensten

Abb. :Einstellungen zu Internet/Online-Diensten. Quelle: Medienpädagog. Forschungsverbund (Hrsg.) (1998), S. 45

Als Fazit zeigt sich, daß die neuen Medien Computer und Internet sich immer weiter etablieren. Dennoch ist heutzutage nur etwa jeder zehnte 12- bis 19jährige mindestens mehrmals im Monat online. Dabei gehört die Vielfalt der Informationen und die Möglichkeiten zur persönlichen Kontaktaufnahme mit anderen zu den Hauptanwendungen.

Umfrage an der Nikolauspflege

Um einen Vergleich der Interessen blinder und sehbehinderter Jugendlicher zu den Ergebnissen der JIM-Studie ziehen zu können, wurden analog zu den Fragen der JIM-Studie die Besucher des Internet-Cafés der Nikolauspflege interviewt. Insgesamt konnten 7 junge Erwachsene (alle sind an der Nikolauspflege zur Ausbildung) im Alter von 18 bis 23 befragt werden (Azubi A-G). Eine Eingrenzung auf den altersentsprechenden Personenkreis (12-19 Jahre) der JIM-Studie war nicht möglich, da sonst zuwenig Daten vorliegen würden. Von den Befragten waren 6 sehbehindert und arbeiten am PC ohne Vergrößerungssoftware, ein Befragter (G) war amaurotisch. Nur zwei der Auszubildenden waren Frauen.

Zu den Ergebnissen:

 Einstellung zu Online-Diensten Nikolauspflege

Abb.: Einstellungen zu Internet bzw. Online-Diensten (Nikolauspflege Stuttgart)

Nutzung verschiedener Angebote im Internet

Abb.: Nutzung verschiedener Angebote im Internet (Nikolauspflege Stuttgart)

Chatten und E-Mails verschicken hat für die Befragten die wichtigste Priorität. Dabei fällt auf, daß sie entweder diesen Bereich sehr wichtig nehmen oder überhaupt kein Interesse daran zeigen (Azubi A und G „chatten" nie oder seltener als einmal pro Monat, außerdem haben sie sich keinen E-Mail-Anschluß besorgt).

Als Fazit läßt sich festhalten, daß sich die Ergebnisse der Umfrage zwischen sehgeschädigten Nutzern der Nikolauspflege Stuttgart und den Ergebnissen der JIM-Studie v.a. bei der Nutzung von Chat-Rooms oder E-Mails unterscheiden. Außerdem sind Freunde bei sehgeschädigten Nutzern kaum hilfreich, wenn es darum geht, interessante Angebote zu finden (nur einer nutzt diese Möglichkeit gelegentlich, JIM: 73% häufig oder gelegentlich).

Im folgenden Projekt, welches eigentlich auf den Ergebnissen dieser Umfrage aufbauen wollte, wird trotz der hohen Bedeutung von Chat-Rooms bei sehgeschädigten jungen Erwachsenen das Thema Chatten nicht thematisiert. Denn die Schüler sollen das Internet zuerst als eine Informationsquelle kennen lernen, womit sie evtl. schneller und einfacher an Informationen gelangen können als sonst. Das Thema E-Mail wird erst zum Schluß kurz angerissen, soll jedoch im Verlauf des Schuljahres im Deutsch-Unterricht noch einmal aufgegriffen werden.

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