Simone erzählt: Das war's! Seit einer Woche sind wir jetzt in Mexiko und wir haben es satt. Nachdem uns erneut ziemlich viel Pech widerfahren ist, haben wir keine Energie mehr. Das Ende vom Ganzen ist, dass wir unsere Flüge vorverlegt haben und somit bereits in einer Woche wieder zuhause sind. Aber erst einmal alles der Reihe nach. Der Anfang hier war nämlich gar nicht so übel. Nachdem es uns ja in Alaska nicht so gut erging, waren wir der Meinung, dass wir uns hier erst einmal an den Strand legen wollten, um abzuschalten und uns in Ruhe zu überlegen, wie wir die nächsten 4 Wochen verbringen sollen. Am Flughafen in Cancun ließen wir uns daher bei der Hotelvermittlung davon überzeugen, dass das 4-Sterne-Hotel direkt am Strand mit dem aktuellen Angebot ein Superschnäppchen sei. Wir buchten sofort und ließen uns auch von den vielen Hotelburgen am Strand erst mal nicht entmutigen, da wir darauf gefasst waren und wir ja nur für 3 Nächte bleiben wollten. Wir stellten am nächsten Morgen zwar mit Schrecken fest, dass der Supermarkt, wo wir uns Cornflakes, Milch und einen Saft besorgten (für läppische 30 Mark) nicht gerade billig war, aber da wir den Rest des Tages am Strand lagen, brauchten wir ja da nicht so viel. Wir genossen es, sich mit großen Strandtüchern vom Hotel an den feinen weissen Sandstrand zu legen und wenn es uns selbst im Schatten zu warm wurde, ließen wir uns von den türkisfarbenen Wellen der Karibik mehr oder weniger sanft umspülen. Selbst am nächsten Tag wurde uns dieses Leben nicht zu viel, so dass wir beschlossen, wenn unsere Zeit in dem Luxushotel um sein sollte, wir am nächsten Tag auf die benachbarte Insel mit der Fähre wollten. Diese hatte eher den Ruf, Ziel von Rucksackreisenden zu sein, als Cancun direkt. Gesagt, getan. Alles lief wie am Schnürchen und bereits mittags standen wir auf Isla Mujeres. Die Tourifänger, die am Anlegersteg gleich bereit standen, um uns in ihr Hotel abzuschleppen, waren auch nicht böse, als wir ablehnten, da wir bereits im Reiseführer uns ein anderes Hotel herausgesucht hatten und zeigten uns sogar noch den Weg dahin. Ohne Probleme bekamen wir ein Zimmer und nachdem wir unsere Wertsachen im Hotelsafe hinter der Rezeption sicher aufgehoben fühlten, rüsteten wir uns auf weitere Tage am Strand. Zwar gab es hier nicht so tolle Wellen, auf denen man reiten konnte, dafür stand aber auch nicht Hotelburg an Hotelburg, sondern man fand unter Palmen Schatten. Alles war wunderbar, bis … Als am nächsten Abend unser Geld im Geldbeutel knapp wurde, fragten wir abends an der Rezeption nach unserem Beutel, der im Safe lag und in dem wir außer Pass, Tickets eben auch unser Geld hatten. Doch der Abendportier meinte auf spanisch nur, dass nur die Receptionista einen Schlüssel für den Safe hätte. Voller Schreck sahen wir uns an, hieß dies doch, kein Geld und damit kein Abendessen. Doch der Portier bot sich an, uns 100 Pesos vorzustrecken, wir sollten es im halt am nächsten Morgen zukommen lassen. Wir genossen den Abend und dachten an nichts Böses. Unsere gute Laune sollte nicht lange anhalten. Am nächsten Morgen machten wir uns auf den Weg zum Bäcker und anschließend wollten wir mal wieder an den Strand, als wir die Receptionista fragten, ob sie uns unsere Tasche geben könne. Diese war hilfsbereit und eine Minute später glaubten wir unseren Augen nicht: das ganze Bargeld war weg!!! Auch eine rasche Suche in der nicht all zu großen Tasche brachte nichts zu Tage außer den Reiseschecks und den restlichen französich-polynesischen Francs, die wohl jemand nicht brauchen konnte. Alles Gestikulieren und Diskutieren half nichts, das Geld war weg. Die Receptionista meinte nur, sie sei die Einzige, die einen Schlüssel besitze, mehr wollte sie auf Englisch dann auch nicht mehr sagen. 2 herbeigeeilte Frauen aus dem nahegelegenen Shop meinten auch nur, dass könne ja wohl nicht sein (so interpretierten wir wenigstens ihren spanischen Wortschwall) und am Schluss waren die drei überzeugt, dass wir ja das Geld gar nicht in der Tasche gehabt hätten und sie nur falsch beschuldigten würden. Wir hofften auf die herbeigerufene Polizei, die wie sich aber herausstellte, nur spanisch sprach und sich von den Frauen im Hotel alles genau in ihrer Version erklären ließen. Auch der dritte Polizist, der einzige auf der Insel, der etwas Englisch kann, gab uns zu verstehen, dass wir Schuld seien und wir das Hotel bezichtigen würden, zu klauen, was nie und nimmer sein könne. Völlig verdattert packten wir unsere Koffer und ließen uns die verbliebene Nacht auszahlen, da wir in dem Hotel nicht bleiben wollten. Als wir wieder in der Rezeption erschienen, wartete noch die Polizei, um uns aus dem Hotel zu eskortieren, wir können nur vermuten, um sicherzustellen, dass wir keine weiteren Dummheiten machen würden. Dann standen wir auf der Strasse: 12 Uhr mittags, kein Geld, keine Idee, was wir machen können, das Gefühl, völlig falsch behandelt worden zu sein und so verärgert ob des abhanden gekommenen Geldes. Es war nicht wenig. Denn wir hatten das gesamte Geld dabei, das wir für unseren VW-Bus bekommen hatten (immerhin 1000 US$), restliche Kanadische Dollar, und noch DM sowie Pesos, insgesamt soviel, wie wir für die 4 Wochen ausgeben wollten. Nach einer Stunde Verzweiflung, Ärger, Wut, Hoffnungslosigkeit und Resignieren beschlossen wir, erst mal noch ein Hotel zu suchen für ein oder zwei Nächte, da selbst wenn wir spontan nach Hause fliegen würden, wir noch solange auf ein Flug warten müssten. Wir zogen von dannen in das Hotel, das uns am Anfang angeboten wurde und uns war elend zumute. Nach einer Weile beschlossen wir, so schnell nicht aufzugeben und riefen auf dem Konsulat in Cancun an, um uns zu informieren, was wir eigentlich überhaupt machen können. Schließlich dachten wir, dass das Geld im Hotelsafe sicher sei und sonst das Hotel dafür aufkommen müsse. Nachmittags war aber niemand mehr im Konsulat zu erreichen und auch die Botschaft in Mexiko City war telefonisch nicht erreichbar. So ging dieser Tag trübe zu Ende. Am nächsten Morgen um kurz nach neun erreichten wir dann auch endlich mal jemanden in dem Konsulat, die sehr gut deutsch sprach und wie sich herausstellte, die Sekretärin des Konsuls war. Diese empfahl uns, noch mal zur Polizei zu gehen, um ein Protokoll aufnehmen zu lassen, damit wir etwas schriftlich in der Hand hätten. Wir stiefelten also los zur Polizei. Die Polizisten wiederum konnten kein Englisch und nachdem wir uns auf spanisch einen abgebrochen hatten, war denen klar, dass wir einen Diebstahl anzeigen wollten. Nach einigem Hin und Her verfrachtete uns der Polizist in ein Taxi, da wir diese Anzeige wohl woanders machen mussten. Das Ziel unserer Fahrt stellte sich als ein Büro mit einer Sekretärin, 2 Schreibmaschinen, einer Dusche und 2 weiteren Räumen heraus. Doch wo wir waren, wir hatten keine Ahnung, denn die Sekretärin konnte kein Englisch und hatten auch keine große Lust zu arbeiten. Nachdem sie verstand, was wir wollten, mussten wir Angaben zur Person machen und was uns gestohlen wurde und sie entwarf einen Polizeibericht (vermutlich, aber einen spanischen), den wir zu unterschreiben hatten ohne eine Chance zu haben, ihn zu verstehen oder jemandem vorzulesen, der ihn uns übersetzen könne. Wir gaben auf und fuhren zurück in die Stadt. Wieder riefen wir auf dem Konsulat an und hatten diesmal den Konsul direkt am Apparat. Die Quintessenz des Gespräches war, dass sie uns gar nicht helfen können, dass es eigentlich keine Hoffnung gebe, etwas von dem Geld wieder zu sehen, dass wir aber auf ein bestimmtes Amt müssten, um einen Bericht zu machen und dass wir uns an den Minister de Tourisme wenden sollten. Dieser war auch nach einer Stunde aufgetrieben, hörte sich die Geschichte an und verwies uns auf das selbe Amt, das sich als das herausstellte, wo wir morgens tatsächlich schon einmal waren. Nach kurzem Überlegen, was da zu machen sei, tauchte plötzlich der einzige englischsprechende Polizist der Insel wieder auf und begleitete uns auf dieses Amt. Dort stellte sich heraus, dass sich tatsächlich schon welche mit unserem Fall beschäftigt hatten, bereits auch in dem Hotel waren, aber uns ansonsten nicht glaubten, dass da wirklich Geld drin gewesen sei. Es kam zu heftigem Hin und Her und heraus kam gar nichts. In dem Wissen, nicht mehr tun zu können (gut, zum Bürgermeister könnten wir noch, aber der weiß auch nicht mehr), fuhren wir gefrustet wieder zurück. Immer noch war die Frage offen, bleiben wir noch für drei Wochen und schauen uns die Gegend an ober brechen wir ab? Da wir den Glauben an die Mexikaner momentan verloren haben und einfach keine Energie mehr da ist, weiter zu organisieren, beschlossen wir, noch ein paar Tage am Strand zu verbringen und dann 3 Wochen früher nach Hause zu fliegen. Sozusagen finito, Ende, aus. Das war's. Wir kommen nach Hause. |