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Tagebuch Bali
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Simone berichtet:

Neues Land, neues Glueck - dachten wir!

Nach 7 Wochen Thailand ging unsere Reise am 9. Januar weiter nach Bali. Doch was uns hier erwartete, machte uns nicht immer Spass. Zuerst mussten wir feststellen, dass der Wechselkurs stark gefallen war, so dass ploetzlich alles doppelt so teuer war, als u.a. der Reisefuehrer angekuendigt hatte. Gleich anschliessend der naechste Schock: die Zimmerpreise waren deutlich teuerer als in Thailand.

Nichtsdesotrotz finden wir ein einigermassen preislich akzeptables Zimmer und lassen uns vom Taxi dahin fahren. Doch auf der Fahrt dahin versucht uns unser Fahrer fuer ein anderes Hotel zu erwaermen, da er wahrscheinlich dann von diesem eine Praemie bekommen haette. Wie wir hinterher feststellen konnten, war nicht alles so ernst zu nehmen, wie er unser ausgesuchtes Hotel schlecht zu machen versuchte (statt angedrohten Kilometern zum Strand, sind es zu Fuss 300 m). Wir blieben hart und fanden uns in einem netten Zimmer wieder, dass fuer die Kakerlake, die gleich am ersten Abend ueber unser Bett rannte, nun auch nichts konnte. Da die Kakerlake auch nicht mehr aufgetaucht ist, nachdem sie einmal unterm Bett verschwunden war, haben wir uns nicht mehr um sie gekuemmert!

Etwas ratlos am naechsten Morgen, was wir wie unternehmen wollten, lassen wir uns vom Hotel einen Fahrer vermitteln, der sich als ganz freundlich und hilfsbereit herausstellt, so dass wir mit ihm mehrere Ausfluege waehrend der Woche machen. Wahrscheinlich fand er uns jedoch ziemlich schwierig, da wir nicht an den Strand wollten, wobei man den unbedingt gesehen haben sollte, und auch nicht stundenlang einen Tempel anschauen wollten, wie er es vorsah. So gingen ihm vermutlich irgendwann auch die Ideen aus, aber er hat noch das Beste daraus gemacht!

A propos Verkehr:

Nachdem wir am ersten Tag per Fahrer den Ausflug hinter uns gebracht hatten, beschlossen wir, nicht selber Auto zu fahren. Denn auf Bali gilt:

  1. Das unbedingte Gesetz des Staerkeren (Bus vor Auto, Auto vor Motorrad etc.).
  2. Wer bremst, verliert und verliert damit auch seine Rechte weiter am Verkehr teilzunehmen.
  3. Mofa-Fahrer haben keine Rechte und müssen ignoriert werden.
  4. Ist die Strasse zu voll, fahren Mofas auf dem Gehweg, worauf Fussgaenger keine Rechte haben.
  5. Wenn jemand in die Strasse einfahren will, wird er ausgebremst.

Die Liste liesse sich noch weiter fortschreiben, aber uns war da schon die Lust am Selberfahren vergangen.

Pura Thana LotAm ersten Tag machten wir dann auch gleich den(!) Ausflug zu einem Tempel am Strand, Pura Tanah Lot, den man auf jeden Fall bei Sunset gesehen haben muss. Nun waren wir schon um 15 Uhr dort und warteten deshalb also 3 Stunden bis zum Sonnenuntergang. Und dann: 10 Minuten bevor der Sonnenuntergang anfangen sollte, faengt es an zu schuetten!!! Natuerlich hatten wir gar nichts gegen Regen dabei, tja, Pech!

Weitere Ausfluege folgten. Als Zusammenfassung laesst sich Bali wie folgt beschreiben:

1. Entweder ist etwas heilig: Tempel, Opferplaetze, groesse Baeume, Schlangen, Fledermaeuse, Affen, ...

2. Oder es ist ein Opfer: auf Buergersteigen, Hauseingaengen, Autokonsolen,

3. Wo kein Opfer und kein Heiligtum steht, ist bestimmt ein: Reisfeld

Reisfeld

Im Grossen und Ganzen muessen wir jedoch sagen, hat uns Bali nicht so sehr gefallen. Vielleicht auch, weil wir aus Thailand gewoehnt waren, dass die Menschen sehr freundlich und hilfsbereit sind und wenn du einmal nein sagst, sie es dann auch akzeptieren. Aber auf Bali kam es uns so vor, als ob von dem Touristen allgemein erwartet wird, dass er bereit ist, fuer alles zu zahlen. So musst du erst einmal fuer einen Tempel Eintritt zahlen, dann dafuer, dass du eine Kamera mit dabei hast (egal ob du dann ein Bild machst oder nicht), als naechstes musst du einen Fuehrer zahlen, weil ohne Fuehrer kommst du gar nicht in die innere Tempelanlage (dann ist es ploetzlich fuer Touristen gesperrt), alle 10 m wurden wir ausserdem angesprochen, wir sollen was zu trinken kaufen, oder ein Souvenir oder ein T-Shirt (Mann stelle sich eine Kette von 200 Läden vor, in denen dasselbe angeboten wird). Und wenn du dann nicht bereit bist etwas zu kaufen, dann werden sie noch aufdringlicher und irgendwann richtig unfreundlich. Man bekommt das Gefühl vermittelt man wäre der große Reiche, der nur aus Boshaftigkeit das bischen überteuerte T-Shirt nicht kauft und damit das Weiterleben ermöglicht...Vielleicht ist es so auch ungerecht das von allen zu behaupten. Sicher gibt es Balinesen, die sich von Touristen nicht so beeinflussen haben lassen, denn sicher sind dies Begleiterscheinungen des enormen Tourismus auf Bali. Auf jeden Fall kann man auch sagen, Barong-tanzhat Bali sicher sehr schoene Ecken und viel Flair mit den ganzen Opfergaben und huebsch geschmueckten Tempel und Opferplaetzen. Sehr interessant fanden wir es z.B., die Spuren des urspruenglichen Balis zu entdecken, das es gegeben hat, bevor die Hollaender kamen. Denn bereits in Thailand haben wir "Liebe und Tod auf Bali" gelesen, was sich zuerst wie ein Liebesroman anhoert, sich jedoch als interessantes Buch ueber das Leben, die Religion und den Zusammenhalt auf Bali am Anfang des 20. Jahrhunderts entpuppte! Sehr empfehlenswert, wenn man eine Reise nach Bali plant!

Nach der Woche waren wir jedoch wieder gluecklich, Bali verlassen zu koennen, um mal wieder unerkannt uebe die Strasse gehen zu koennen, ohne gleich belagert zu werden, dass man was kaufen soll, die Leute wieder versteht, ...

Und dann haetten wir doch fast unseren Flieger verpasst! Am 14. Januar, 20 Uhr, sassen wir noch locker und gemuetlich im Nachbarort im Lokal, schauten den in der Ferne startenden Flugzeugen zu und ueberlegten uns, wie wir unseren letzten Tag am 15. rumkriegen, da unser Flugzeug erst um Mitternacht gehen sollte. Als wir jedoch nach einer kurzen Denkpause feststellten, dass unser Flugzeug am 15. Januar um 00.10 Uhr gehen sollte, wurde uns heiss und kalt: Das war ja schon in 4 Stunden!! Nicht erst am naechsten Tag: Hektik brach aus!!!

Schnell zahlen, zum Hotel zurueckhasten, das Flugticket genau studieren, um festzustellen, dass wir tatsaechlich nur noch 3,5 Stunden haben, Waesche aus dem Waschservice organisieren, packen, zahlen, Taxi organisieren, zum Flughafen fahren: und pünklich genau 2 Stunden vor Abflug standen wir tatsaechlich am Schalter!

Also alles in bester Ordnung und es konnte losgehen nach Australien! Ein Land, wo wir uns die ganze Woche auf Bali gefreut hatten.